Samstag, 23. August 2014

Aus "Stages" werden "Tage"

Istanbul - Zonguldak - Amasra (Türkei)
Diverse Kilometer
18.08. - 23.08.2014

Wir haben uns einige Gedanken dazu gemacht, wie wir mit der Situation in den Netzwerken und in dem Blog damit umgehen, dass wir seit dem 10. Tag des Baltic Sea Circle nicht mehr an den täglichen Challenges teilhaben können und unser Auto wohl auch nicht in der Lage scheint, die mächtigen Bergetappen zu meistern.
Wir haben uns dazu entschlossen ein wenig weiter zu berichten. Zahlreiche Anfragen und Nachrichten zeigen, dass "man" interessiert daran ist, wie es mit dem Team Hannover CF.1 in der Türkei so weitergeht.
Außerdem konnten wir wir vor zwei Tagen auf dem Spendenportal des Teams die 2.000,00 Euro Marke feiern. Auch ein Zeichen dafür, dass noch zahlreiche Freunde unsere Idee und Mission unterstützen.
Also, wie ging es weiter?
Nach unser Rückkehr nach Istanbul haben wir in der Werkstatt natürlich reklamiert. Man fand dort noch einen gelösten Luftschlauch und gab uns den Hinweis mit auf den Weg, dass der Wagen über möglicherweise nicht genügend PS für die türkischen Berge verfügt. Was für ein Quatsch, insbesondere wenn man bedenkt, mit welchen Autos die Einheimischen hier noch vor zwanzig Jahren durch das Land gedüst sind. Am Ende ist man dann doch ein wenig wehrlos, wenn man sich nicht in der Landessprache verständlich machen kann.
Schnell stand fest, dass wir uns so schnell nicht aus diesem wunderschönen Land vertreiben lassen wollten. Schließlich prangt auf dem Wagen der Slogan "Der Weg ist das Ziel" und dann klebt da noch so ein Logo mit "Black Sea" und so. Wir müssen an das Schwarze Meer, so viel steht einmal fest! Wir versprechen uns von der Fahrt Richtung Küste auch etwas gemäßigtere Straßen was die Steigungen betrifft.
Wir starten am Dienstag wieder Richtung Ankara und biegen dann irgendwann Richtung Küste ab. Ein Hotel an der Schwarzmeerküste ist vorgebucht, wir haben uns ein Ziel gesetzt, das laut Routenplanung in gut vier Stunden erreichbar sein sollte. Wir werden am Ende fast acht Stunden benötigen.
In Karasu erreichen wir das erste Mal die Schwarzmeerküste. Eine kleine Stadt mit einem sehr einfachen touristischen Strandgebiet. Die Meschen sind total freundlich und wenn man anhält um etwas zu erfragen, wird man sofort mit einem persönlichen Handschlag begrüßt. Natürlich wird das Erreichen der Küste mit einer ausgiebigen Fotosession zelebriert.
Wir befahren anschließend unglaublich bergige Straßen mit zum Teil extremen Steigungen, die uns durch ursprünglichste Dörfer führen. Kinder am Straßenrand rufen aufgeregt "Merhaba" und "Hosgeldiniz". Kühe und Hunde auf der Straße sind an der Tagesordnung. Ich bin überrascht von der Leistung von unserem Wagen. Es sind nicht die lang anhaltenden Steigungen über mehrere Kilometer sondern kurze extreme Anstiege, die der Wagen scheinbar besser wegsteckt. Es entstehen ein paar eindrucksvolle GoPro Videos von diesen Streckenabschnitten.
In Zonguldak erreichen wir unser Hotel in den Abendstunden und stellen fest, dass das Hotel sicherlich schwer in Ordnung , der ganze Ort aber sehr industriell geprägt ist. Keine Stadt für einen Sommerurlaub.
Allerdings bietet der gesamte Großraum laut Hotelprospekt einige Ausflugsziele, wie z.B. einige Höhlen und einen Wasserfall. Die gesamte Landbevölkerung unterstützt uns bei der Suche nach diesen Naturschauspielen, da hier rein gar nichts ausgeschildert ist. Wir stellen immer häufiger fest, dass man sich auch mit Gesten, einem Skizzenblock und einem Stift verständigen kann.
Bei einer Höhle werden wir dann auch irgendwann fündig. Eigentlich macht der Komplex einen geschlossenen Eindruck. Es gibt ein heruntergekommenes Pförtnerhäuschen in dem ein freundlicher Mann sitzt und etwas in seiner Sprache erzählt. Wir können nur raten und reimen uns dann zusammen, dass der Höhlenkomplex zwar geöffnet, aber die elektrische Versorgung zusammengebrochen ist. Gleichfalls stehen wohl auch weite Teile der Höhle unter Wasser. Der Pförtner ermuntert uns aber trotzdem in die Höhle zu gehen. Wir versorgen uns zunächst noch mit wärmerer Kleidung und ein paar Taschenlampen und betreten dann den zerfallen wirkenden Höhleneingang.
Wir sind die einzigen Besucher hier und mit jedem Schritt in die Tiefe kommen schnell Bilder und Geschichten von verstörenden Katastrophenfilmen hoch. Eins steht mal fest, in good old germany würde man eine solche Höhle für die Öffentlichkeit schließen. Es führt ein befestigter Weg durch den Höhlenkomplex, der von verrosteten und zerstörten Lampen gesäumt wird. Es ist stockdunkel und nur unsere persönliche Ausrüstung weist uns den Weg. Schon ein wenig unheimlich. Was geschieht eigentlich mit uns, wenn der freundlcihe Mann im Pförtnerhäuschen seinen Feierabend einläutet und das Gitter am Höhleneingang schließt? Gibt es dort noch ein Handynetz?
Der befestigte Weg wird plötzlich schlammig und die Decke wird immer niedriger. Grund genug umzukehren. Es war angenehm kühl in der Höhle, aber wir sind am Ende froh wieder in unser Auto steigen zu können.
Nach zwei Übernachtungen in Zonguldak und der Feststellung, dass der Besuch von kleineren einfachen Restaurants die positiveren Überraschungen im Vergleich zu dem tollen Hotel bieten, reisen wir weiter Richtung Osten.
Schon mehrfach wurde uns der Küstenort Amasra anˋs Herz gelegt. Zurecht, wie sich herausstellen wird...

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