Freitag, 1. August 2014

PROLOG


Acht Tage vor Rallye Start.

Das ist so der Zeitpunkt, zu dem man eigentlich mit allen organisatorischen Dingen durch sein wollte. Vor dem geistigen Auge war der Wagen auch schon komplett gepackt.
Der Dachaufbau festgezurrt, die Kühlbox verkabelt und alle Kleinutensilien an ihrem Platz.
Fast so, also wollte der Wagen einem zuzwinkern und sagen, „kommt her, ihr braucht nur noch einsteigen aber vergesst den Zündschlüssel und eure Pässe nicht!“

Zurück in die Realität? Gerne!

Für uns war es nach der letztjährigen Rückkehr eigentlich schon auf der Fahrt von Berlin nach Hannover klar, dass wir in die Fortsetzung gehen würden.
Das „Mindblowing“ der Tour, alle Eindrücke und die coolen Leute die wir kennenlernten, das alles war viel zu cool um es nicht noch mindestens ein nächstes Mal anzugehen.
Es war ein Erfolg auf der ganzen Linie!

Der nächste Startplatz war schnell gebucht. Wir warteten nur ein wenig ab bis die Nr. 13 vergeben war. Die wollten wir nicht haben. So wurde es unsere Nr. 14. Sie wird uns Glück bringen im Jahr 2014, da sind wir uns ganz sicher.

Was dann folgte war erst einmal ein gemütliches Zurücklehnen mit so einem gewissen erfahrenen und wissenden Lächeln im Gesicht. Wir sind schließlich zertifizierte „Master of the Adventure“ und wir haben bereits ein treues Rallye Auto, also kein Grund zu hetzen. Wir wissen schließlich, wie alles funktioniert.

Außerdem war der Zeitrahmen ja großzügig gesteckt. Wir hatten im Vergleich zum Vorjahr also einen enormen Vorteil. Späterer Start bei bereits vorhandenem Equipment.

Die Wintermonate dienten zur Kontaktaufnahme und zur Absprache mit unseren Netzwerkpartnern.
Die zuverlässige und nachhaltige Kooperation des Vorjahres vereinfachte die Sache.

Wir freuten uns unglaublich, dass uns nicht nur SONY weiterhin als unser Premium Sponsor an uns glaubte sondern mit der Continental AG aus Hannover noch der Top Reifenspezialist mit an Bord kam.

Dann folgten diverse Werkstattaufenthalte für das Rallye Auto. Die Profis von AMS Hannover wollten nichts dem Zufall überlassen und haben bis zum heutigen Tag immer wieder Hand angelegt um den technischen Idealzustand für den Start zu schaffen.
Zwischendurch wurde das Branding umgestaltet und „Chickforce1“ bekam u.a. eine komplett neu gestaltete Motorhaube -foliert in einem Stück durch AO Design Hannover-.
Ein Hingucker ist er geworden!

Angesichts der zu erwartenden Streckenführung müssen wir zwangsläufig auch mit einem höheren Reifenverschleiß rechnen, weshalb wir in diesem Jahr zwei Reserveräder mitnehmen.
Das war auch der Grund sich nun für die Montage eines Dachgepäckträgers zu entscheiden.
Die Vorjahreslösung, Materialboxen nur durch eine Turnmatte vom Lack getrennt direkt auf die Dachhaut zu legen, scheint bei dem nun zu erwartenden Gewicht einfach nicht mehr so die schlauste Idee zu sein.
An den Dachaufbau haben wir uns noch zusätzliches Arbeitslicht montiert. Wir rechnen mit deutlich mehr Dunkelheit im Vergleich zu den weißen Nächten des Vorjahres.

Defekte Utensilien wurden ersetzt, Bekleidung ergänzt und angepasst und das Technikkonzept i.S. Foto/Video und Berichterstattung minimiert und optimiert. Das große Rätsel und Hindernis wird dabei das mobile Internet bleiben. Wir sind gespannt, was uns ab der Türkei in der „Ländergruppe 2“ erwartet.

Natürlich verfolgen wir auch die politische Lage in der Welt und insbesondere in den Ländern, die unsere Reiseroute betreffen (könnten).
Wir haben uns vorgenommen nicht leichtfertig zu sein. Allerdings glauben wir auch, dass die Medienberichte oft nur mikroskopische Einblicke der Realität und wahrscheinlich manchmal nur eine manipulierte Sicht bieten.
Wir respektieren jede Religion und jeden Menschen, der diesen Respekt wiederum seinen Mitmenschen entgegen bringt. Wie jeder vernünftige Mensch wünschen wir uns Frieden für alle Völker und Länder dieses Planeten. Gleichfalls hegen wir die Grundhaltung, dass man dort draußen ganz sicher überwiegend freundliche und gastfreundliche Menschen trifft und jegliche Gewalt eher die -medial dargestellte- Ausnahme darstellt.

Wir werden gleichfalls versuchen unser Verhalten in anderen Kulturkreisen anzupassen und danken insbesondere unseren Freunden Abdullah (Apo) Mermi, Mustafa Uyar und Erdogan Bulut für die interessanten Gesprächen zur Vorbereitung unserer Reise.

So kurz vor der Reise ist wieder der Moment gekommen, in dem die große Klappe dem Respekt vor der Route nachgibt. Die Erfahrung hat zwar gezeigt, dass eine eigene Routenplanung keinen Sinn ergibt, bevor man nicht das Roadbook am Start ausgehändigt bekommt. Trotzdem cruised man schon ein bisschen via Google Earth vom Okzident zum Orient und wieder zurück...und bekommt Respekt vor der Distanz. 

Und weil man am Ende immer genau so viel Zeit für eine Aufgabe benötigt, wie man sich Anfangs dafür vorgenommen hat, bleiben uns für die letzten Tage vor der Abreise auch noch ein paar Kleinigkeiten der Organisation.

Nichts, was uns aus der Ruhe bringen würde. Allerdings beschleicht mich das Gefühl, dass wir uns erst am 08.08. tatsächlich zurücklehnen werden, in den couchartigen Sitzen des 124ers auf der Fahrt nach Berlin.
Auf der Fahrt zum Start des diesjährigen BLACK SEA CIRCLE...



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.