24.08.2014 (500 Km)
Nach zwei Übernachtungen in dem wunderschönen kleinen Ort Amasra an der Schwarzmeerküste waren wir ganz angetan von der Tatsache, dass hier eher weniger europäische Touristen, sondern vielmehr sehr viele einheimische Urlauber anzutreffen waren.
Na klar, eigentlich ein ganz normaler Küstenbadeort mit dem üblichen Angebot für touristische Gelegenheitseinkäufe und anderen Zeitvertreib. Auf den näheren Blick aber doch anders. Keine Pauschaltouristen mit "Bekleidungsfremdschämfaktor", sondern alles irgendwie stilvoller. Auch an den Umstand, dass sich viele der Badeurlauberinnen in islamisch korrekter Ganzkörperbekleidung in die Fluten stürzen, hat man sich rasch gewöhnt. Ein Schmunzeln huscht allerdings doch immer mal wieder über das eigene Gesicht, wenn über diese Bekleidungsform noch in "coulor-blocking-Manier" ein quietschbunter Schwimmring gestreift wird.
Abendliche Fischessen auf Holzstegen direkt am Wasser runden den wunderschönen Eindruck ab. Da verschmerzen wir die Tatsache, dass unser Hotelzimmer in der ersten Strandreihe eher rustikal bis abgerissen daherkommt.
Genug des Rückblicks, wir verlassen diese malerische Stadt an der kleinen Bucht mit der mittelalterlichen Stadtmauerkulisse und starten kurz vor 9.00 Uhr Richtung Istanbul zur Finish Line des 2. Black Sea Circle.
Am gestrigen Abend gab es bzgl. der Ziel-Location noch eine überraschende SMS von den Veranstaltern.
Der Zieleinlauf wurde vom Suma Beach nach Kilyos im Großraum Istanbul verlegt. Ein Grund für diese Änderung wurde nicht mitgeteilt, aber man stellte uns einen pittoresken Ort in Aussicht, in dem einheimische Nettigkeiten auf uns warten sollten.
Wir hatten also noch einmal stramme 500 Km auf der letzten Etappe vor uns und ebenfalls war klar, dass wir in Istanbul in den Nachmittagstunden wieder über eine der Bosporusbrücken fahren müssen. Das für sich alleine schon ein kleines Abenteuer.
Wir erreichten den Zielort Kilyos gegen 16.30 Uhr. Ein kleiner cooler Küstenort im Großraum Istanbuls. Ein würdiger Abschluss für alle Teilnehmer, denn wir fahren durch eine quirlige enge Fußgängerzone und werden von allen Seiten bestaunt. Durch winzige Straßen geht es bis zum letzten Zipfel zu einem Strandhotel, an dessen Zufahrt der mächtige S.A.C. Zielbogen auf uns wartet.
"Maschine", der uns als S.A.C. Crew Angehöriger schon in Berlin verabschiedete, schwenkt die schwarz weiße Zielflagge über die laufende GoPro Kamera.
Viele der Teilnehmenden Teams sind schon vor Ort. Es herrscht eine fröhliche Stimmung und alle freuen sich über das Wiedersehen. Bei den ersten Bieren werden Erzählungen ausgetauscht und schnell wird klar, dass jedes Team seine ganz individuellen Erfahrungen gemacht hat und nur zwei Teams wirklich pannenfrei über die Runden gekommen ist.
Später wird klar, dass von den 15 teilnehmenden Teams auch nur sechs Teams ihre Roadbooks abgeben können weil neben den ständigen Werkstattaufenthalten und Pannenpausen nicht mehr genügend Zeit fü die Aufgaben blieb.
Wir befinden uns also in "normaler" Gesellschaft. Die anderen Teams hatten nur jeweils das "Glück", dass die technischen Defekte klar zu sehen und zu beschreiben waren und deshalb jeweils auch stets behoben werden konnten.
Es war die richtige Entscheidung bis zum Ziel zu fahren. Wir freuen uns, dass wir weiter dazu gehören und erfahren bestürzt, dass unser einstiger Weggefährte, der Atlantis Cruiser Carsten, mit seinem Motorrad liegen geblieben ist und den Zielort nicht erreichen kann.
Der S.A.C. spendiert die Hotelzimmer im Yali Otel, wir checken ein und versammeln uns alle bei prächtiger Sonnenuntergangsstimmung zur Siegerehrung auf der Terrasse des Hotels.
Den Ehrenpreis für Fairnis und weiteste Strecke (bis in den Iran!) erhält das Team SNS Racing. Die sympatischen Jungs waren mein großer Favorit auf den Sieg, aber auch sie konnten kein Roadbook abgeben.
Tataaa, und hier die Platzierungen. Platz drei geht an die "Deichfürsten" mit ihrem VW T3, Platz zwei an das großartige Pumuckel Racing Team mit ihrem genial ausgebauten VW Passat und den Sieg erringt das HORA Team ebenfalls mit einem VW Bus.
Die Stimmung ist einfach klasse, alle freuen sich mit den Platzierten und über die Tatsache, dass alle gesund und munter sind. Wir stoßen mit Raki an und wechseln gemeinsam in ein kultiges Strandrestaurant, das mittels Pfahlbauten über das Wasser gebaut ist.
Dort gibt es einheimische Spezialitäten vom Buffet, eine abendliche Raki-flat und jede Menge Spaß und Gespräche.
Wie bei allen S.A.C. Partys beherzigen wir aber auch hier den Grundsatz "what happens at Kilyos stays at Kilyos"... bis auf eine kleine Kleinigkeit vielleicht! Aber Geduld, dazu wird es irgendwann im September eine Ergänzung geben.
Stay tuned...
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